IP Überwachungskamera auf den Flachbildfernseher bringen

Mit IP-Kameras wird die Überwachung der eigenen vier Wände zum Kinderspiel. Die Auswahl ist mittlerweile riesig und es gibt Kameras in den unterschiedlichsten Varianten für den Innen- und Außeneinsatz. Im Außenbereich markierte unsere 20-Euro-Kamera bisher die unterste Preisschwelle. Wer gerne immer mal einen Blick auf den Live-Stream werfen will, ist dabei nicht zwingend auf Smartphone oder PC. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch die Wiedergabe auf dem Fernseher im Wohnzimmer möglich.

Enigma 2 Receiver

In unserem Beispiel nutzen wir einen Enigma 2 Digitalreceiver für den digitalen Satellitenempfang für dieses Vorhaben. Solche Geräte gibt es mittlerweile für deutlich unter 100 Euro* und sie eignen sich natürlich auch hervorragend für alle anderen Aufgaben rund um den Fernsehempfang. Um nun das Bild unserer Kamera wiedergeben zu können, muss der Datenstrom eingepflegt werden. Der Vorteil bei Enigma 2: Das Betriebssystem erlaubt auch die Wiedergabe von RTSP-Datenströmen.

DreamboxEdit installieren

Hierzu benötigen wir den Kanallisteneditor DreamboxEdit. Zu finden ist dieser im Netz unter diesem Link. Selbstverständlich muss der Receiver mit dem Netzwerk verbunden sein. Nach der Installation des Programmes auf dem PC starten wir den Editor.

Zuerst muss unsere Box unter Extras/Optionen mit ihrer IP eingepflegt werden. Am besten geben Sie hier auch schon ein lokales Datenverzeichnis an. Die Kanalliste der Box muss nämlich auf dem PC in einem Verzeichnis gespeichert werden.

Anschließend nehmen wir Verbindung mit der Box auf und laden die Kanalliste auf den PC.

Suchen Sie sich nun eine passende Favoritenliste aus oder erstellen eine neue Liste (zum Beispiel CAM) und klicken mit der rechten Maustaste in die Kanalliste.

Öffnen Sie nun den Menüpunkt IPTV und andere Streamingkanäle hinzufügen

Es öffnet sich ein neues Fenster, wo wir nun unsere Daten eingeben können. Hierzu benötigen Sie den RTSP-Pfad der Kamera. In unserem Fall lautet dieser

rtsp://Name:Passwort@ip:80/ch0_0.264

Zur Erklärung: Name ist der in der Kamera eingetragene Nutzername (z.B. admin), Passwort das vergebene Passwort und ip die IP-Adresse der Kamera im lokalen Netzwerk. Die Ziffer vor .264 bestimmt, welchen Stream und damit welche Qualität wir anfordern. Die 0 steht für MainStream – also in der Regel die beste Qualität, die 1 wäre der erste SubStream und die 2 – sofern eingerichtet – der MobilStream. Sowohl der Aufbau der Streamadresse als auch die Zuordnung der Streamqualitäten unterscheiden sich allerdings von Kamera zu Kamera. Wollen Sie ein anderes Modell einpflegen, so schauen Sie in der Bedienungsanleitung nach oder forschen ggf. unter dieser nützlichen Webadresse nach dem Aufbau.

Wiedergabe

Hat alles geklappt, müssen Sie die geänderte Kanalliste nun mit DreamboxEdit wieder in den Receiver einspielen. Je nach Modell muss anschließend noch ein Neustart erfolgen. Gehen Sie nun in die Favoritenliste und wählen Sie die eben eingepflegte Kamera aus. Es müsste sich nach wenigen Sekunden ein Bild aufbauen.

Klappt das nicht, prüfen Sie den Stream. Sollte die Wiedergabe verpixelt sein, kann das an einem zu langsamen Switch oder eine Netzwerkkomponente liegen. Insbesondere Kameras mit Full-HD benötigen schon eine relativ große Bandbreite. Sollte ein Austausch von Netzwerkkomponenten unrentabel sein, bietet sich auch das Switchen auf eine niedrigere Auflösung bzw. die Wiedergabe des SubStreams an.

Übrigens: Mit aktuellen Versionen von Enigma 2 bzw. passenden TeamImages wie dem von OpenATV können Sie sogar das Live-Bild der Kamera auf die Festplatte des Receivers bannen…

(*) gesponserter Link

Bildquellen

  • 1: © Screenshot DreamboxEdit/Mike Bauerfeind
  • 2: © Screenshot DreamboxEdit/Mike Bauerfeind
  • 3: © Screenshot DreamboxEdit/Mike Bauerfeind
  • 4: © Screenshot DreamboxEdit/Mike Bauerfeind
  • 5: © Screenshot DreamboxEdit/Mike Bauerfeind
  • remote-control-932273_1280: © Public Domain/Pixabay/Toocapic

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