DJI stellt Mavic Mini vor – die neue „Volksdrohne“ ohne Kennzeichnungspflicht?

DJI hat heute die brandneue Drohne Mavic Mini vorgestellt. Unter dem Slogan „Die Flycam für Alle – Fliegen kann jeder“ schickt sich der Marktführer an, nun vollends den Massenmarkt zu erobern. Mit einem Einstiegspreis von 399 Euro für eine zeitgemäße Drohne mit umfangreichen Foto- und Videofeatures scheint das gar nicht so abwegig.

Mini-Drohne – Mini-Gewicht

Mit 249 Gramm Startgewicht (Abweichend: japanische Version 199 Gramm) scheint DJI gleich mehrere Regularien im Blick zu haben. So ist die Drohne nach aktueller Gesetzgebung in Deutschland laut Drohnengesetz nicht Kennzeichenpflichtig (erst bei einem Gewicht über 250 Gramm muss eine Plakette mit Namen und Anschrift angebracht werden), zum anderen dürfte die Drohne aller Voraussicht nach auch die Klasse C0 der EU-Drohnenverordnung erfüllen, die ab 1. Juli 2020 europaweit einzuhalten ist. Damit wird das Fliegen dieser Drohne tatsächlich für jedermann möglich, auch ohne Online-Prüfung oder Kenntnisnachweis. Zudem sind auch FPV-Flüge ohne zweite Person erlaubt. Allerdings: Auch kleine Drohnen stellen eine potentielle Gefahr dar und müssen sich natürlich an die gesetzlichen Regeln zum Beispiel Flugverbotszonen halten. Zudem ist eine Drohnen-Haftpflichtversicherung Pflicht. Hier lohnt sich ein Blick in die Versicherungsbedingungen, denn bei manchen Versicherungen (zum Beispiel der AXA) ist bereits die Haftung für Drohnen bis 5 Kilogramm enthalten. Doch ist eine Drohne mit diesem Startgewicht eigentlich mehr als nur ein Spielzeug?

Ausstattung

Natürlich handelt es sich bei der DJI Mavic Mini wieder um eine Faltdrohne im typischen DJI-Design. Ausgefaltet nimmt die Drohne dabei mit 160 x 205 x 55 mm (L/B/H) kaum mehr Platz als ein kleines Tablet ein. Klar, dass DJI hier ein paar Abstriche machen musste. Das betrifft allerdings ausdrücklich nicht die Flugzeit. Diese wird nämlich mit sage und schreibe 30 Minuten (bei konstant 14 km/h unter windlosen Bedingungen) angegeben und dürfte aus der Erfahrung mit anderen Modellen recht na an der Realität liegen. Damit übertrifft die Mini ihre größere Schwester Mavic Air mit 9 Minuten mehr um mehr als ein Drittel. Das ist eine sehr gute Nachricht. Die technischen Daten entsprechen fast bis ins Detail der Mavic Air:

  • 1/2.3“ CMOS Sensor
  • Effektive Pixel: 12 Megapixel
  • Sichtfeld: 85°
  • 35 mm Format Äquivalent: 24 mm
  • Blende: f/2.8
  • Aufnahmebereich: 1 m bis ∞ (Air: 0,5 m bis ∞)
  • ISO-Bereich       Video: 100 – 3200 (Auto), 100 – 3200(Manuell)
  • ISO-Bereich        Foto: 100 – 1600 (Auto), 100 – 3200 (Manuell)
  • Belichtungszeit Elektronischer Verschluss: 4 – 1/8000s (Air: 8 – 1/8000s)

Der Abstand zum Objektiv muss also etwas weiter sein bei der Mini. Leider hat DJI aber offenbar die Konkurrenz aus dem eigenen Hause etwas gescheut, denn obwohl technisch machbar, bietet die Mini keine volle 4-K-Auflösung (sondern „nur“ 2.7K (2720 x 1530) mit 25 oder 30 Vollbildern, mit 40 Mbit/s (Air 100 Mbit/s) eine deutlich schlechtere Datenrate (Ergebnis: Videos werden wohl nicht ganz so toll aussehen) und auch bei der maximalen Fotoauflösung ist die Air besser. Zudem ein Manko für viele Hobbyfotografen: Kein HDR-Modus, kein DNG (RAW-Format). Alle technischen Details könnt ihr übrigens nochmal ganz unten lesen. Immerhin dürfte der 3-Wege-Gimbel wie auch bei der Air für butterweiche Kamerafahrten sorgen.

Sensorik

Einschränkungen gibt es wohl auch bei den Hindernis-Erkennungssensoren. Hier bietet die Mavic Air mit Front-, Heck- und Bodensensoren sehr viel Hightech, um Zusammenstöße mit Hindernissen zu vermeiden. Die Mini hingegen kommt nur mit Sensoren für den Abwärtsbetrieb (0.5 bis 10 Meter) daher. Piloten müssen bei der Mini also deutlich mehr aufpassen, ihre Drohne nicht zu crashen. Nichts zu meckern gibt es bei den Positionierungssystemen. Hier sind wieder GPS und das noch genauere GLONASS mit an Bord. Die Signalreichweite der DJI Mavic Mini liegt bei 4 Kilometern (FCC) bzw. 2 Kilometern (CE). Die Bild- und Signalübertragung zum mitgelieferten Flugcontroller wird wieder via klassischer WiFi-Verbindung vorgenommen. Der Flugcontroller scheint weitestgehend dem bekannten Controller für die Air entsprechen und verfügt auch hier über abnehmbare Joysticks. Allerdings gibt es weniger physische Bedienknöpfe.

Intelligente Flug-Modi

Auch bei der Mini gibt es wieder einige der bekannten intelligenten Flug-Modi wie beispielsweise Dronie, Rocket, Kreisen oder Helix. Auf die beliebte Follow-Me-Funktion hat DJI hingegen bei der Mini verzichtet. Auch bei der Geschwindigkeit ist die Mini eher gemächlich. So erreicht die Drohne im Sportmodus eine Höchstgeschwindigkeit von 46,8 Km/h. Für die anvisierte Zielgruppe – und das dürften vor allem Jugendliche YouTuber und Gelegenheitsfilmer sein, dürfte das aber ausreichen. Zumal man bei dem Preis nicht meckern kann: Die Grundvariante mit einem Akku kostet gerade mal 399 Euro, für 100 Euro mehr gibt es die bekannte Fly-More-Combo mit Prop Guard, Schultertasche, insgesamt drei Akkus und der Zweiweg-Ladestation.

Fazit

Mit der neuen Mavic Mini dürfte DJI die Konkurrenz ganz schön ins Schwitzen bringen. Zu einem fairen Preis gibt es eine Drohne für jedermann, die zudem unterhalb der strengeren Regularien der EU-Drohnenverordnung schweben dürfte. Allerdings dürften die Einsparungen bei der Kamera doch den einen oder anderen Interessierten abschrecken: Die volle 4K-Auflösung und zumindest das RAW-Rohformat wird sicherlich einigen dann doch fehlen.

Weitere Infos und Bilder bei DJI

Technische Daten (Angaben von DJI)

  • Startgewicht: [1]
  • 249 g
  • Abmessungen
  • Gefaltet: 140 × 82 × 57 mm (L×B×H)
    Ausgefaltet: 160 × 202 × 55 mm (L×B×H)
    Ausgefaltet (mit Propellern): 245 × 290 × 55 mm (L×B×H)
  • Diagonalabstand
  • 213 mm
  • Max. Steiggeschwindigkeit
  • 4 m/s (Modus „S“)
    2 m/s (Modus „P“)
    1,5 m/s (Modus „C“)
  • Max. Sinkgeschwindigkeit
  • 3 m/s (Modus „S“)
    1,8 m/s (Modus „P“)
    1 m/s (Modus „C“)
  • Max. Geschwindigkeit (nahe Meeresspiegel, kein Wind)
  • 13 m/s (Modus „S“)
    8 m/s (Modus „P“)
    4 m/s (Modus „C“)
  • Max. Flughöhe über dem Meeresspiegel
  • 3.000 m
  • Max. Flugzeit
  • 30 Minuten (Gemessen bei konstant 14 km/h und unter windlosen Bedingungen)
  • Max. Windwiderstand
  • 8 m/s (Windstärke 4 Bft / mäßige Brise)
  • Max. Neigungswinkel
  • 30° (Modus „S“)
    20° (Modus „P“)
    20° (Modus „C“)
  • Max. Winkelgeschwindigkeit
  • 150°/s (Modus „S“)
    130°/s (Modus „P“)
    30°/s (Modus „C“)
  • Betriebstemperatur
  • 0 °C – 40 °C
  • Betriebsfrequenzen
  • Modell MT1SS5: 5,725 – 5,850 GHz
    Modell MT1SD25: 2,400 – 2,4835 GHz; 5,725 – 5,850 GHz
  • Strahlungsleistung (EIRP)
  • Modell: MT1SS5
    5,8 GHz: <30 dBm (FCC); <28 dBm (SRRC)
    Modell: MT1SD25
    2,4 GHz: <19 dBm (MIC/CE)
    5,8 GHz: <14 dBm (CE)
  • GNSS
  • GPS + GLONASS
  • Schwebefluggenauigkeit
  • Vertikal: ±0,1 m (mit Sichtpositionierung); ±0,5 m (mit GPS-Positionierung)
    Horizontal: ±0,1 m (mit Sichtpositionierung), ±1,5 m (mit GPS-Positionierung)

Gimbal

  • Mechanischer Bereich
  • Neigen: -110° bis +35°
    Rollen: -35° bis +35°
    Schwenken: -20° bis +20°
  • Steuerbarer Bereich
  • Neigen: -90° bis 0° (Standardeinstellung), -90° bis +20° (erweitert)
  • Stabilisierung
  • Drei Achsen (Neigen, Rollen, Schwenken)
  • Max. kontrollierte Geschwindigkeit (Neigen)
  • 120°/s
  • Kontrollierte Winkelgenauigkeit
  • ±0,01°

Erkennungssystem

  • Abwärts
  • Betriebsbereich: 0,5 – 10 m
  • Betriebsumgebung
  • Nicht reflektierende, sich stark unterscheidende Oberflächen
    Diffuse Reflektionen (>20%)
    Ausreichende Beleuchtung (lux>15)

Kamera

  • Sensor
  • 1/2,3“ CMOS
    Effektive Pixel: 12 Megapixel
  • Objektiv
  • Sichtfeld: 83°
    35 mm Format Äquivalent: 24 mm
    Blende: f/2,8
    Aufnahmebereich: 1 m bis ∞
  • ISO-Bereich
  • Video:
    100-3200
    Foto:
    100-1600 (Auto)
    100-3200 (Manuell)
  • Belichtungszeit
  • Elektronischer Verschluss: 4 – 1/8000 s
  • Fotoauflösung
  • 4:3: 4000×3000
    16:9: 4000×2250
  • Fotomodi
  • Einzelaufnahme
    Intervall: 2/3/5/7/10/15/20/30/60 s
  • Videoauflösung
  • 2.7K (2720×1530): 25/30p; Full HD (1920×1080): 25/30/50/60p
  • Max. Video Bitrate
  • 40 MBit/s
  • Unterstützte Dateisysteme
  • FAT32 (≤ 32 GB)
    exFAT (> 32 GB)
  • Fotoformat
  • JPEG
  • Videoformat
  • MP4 (H.264/MPEG-4 AVC)

Fernsteuerung und Videoübertragung

  • Betriebsfrequenzen
  • Modell MR1SS5: 5,725 – 5,850 GHz
    Model MR1SD25: 2,400 – 2,4835 GHz; 5,725 – 5,850 GHz
  • Max. Übertragungsreichweite (ohne Hindernisse und Interferenzen)
  • Modell MR1SS5
    5,8 GHz: 4.000 m (FCC); 2.500 m (SRRC)
    Modell MR1SD25
    2,4 GHz: 2.000 m (MIC/CE)
    5,8 GHz: 500 m (CE)
  • Betriebstemperatur
  • 0 °C – 40 °C
  • Strahlungsleistung (EIRP)
  • Modell MR1SS5
    5,8 GHz: <30 dBm (FCC); <28 dBm (SRRC)
    Modell MR1SD25
    2,4 GHz: <19 dBm (MIC/CE)
    5,8 GHz: <14 dBm (CE)
  • Akkukapazität
  • 2.600 mAh
  • Betriebsstrom/-spannung
  • 1.200 mA ⎓ 3,6 V (Android)
    700 mA ⎓ 3,6 V (iOS)
  • Max. Abmessungen des Mobilgerätes
  • Max. Länge: 160 mm
    Unterstützte Dicke: 6,5 bis 8,5 mm
  • Verfügbare USB-Schnittstellen
  • Lightning, Micro-USB (Typ-B), USB Type-C
  • Videoübertragungssystem
  • Verbessertes Wi-Fi
  • Qualität der Liveansicht
  • 720p bei 30 fps
  • Max. Bitrate
  • 4 MBit/s
  • Latenz (Abhängig von Umweltfaktoren und dem verwendeten Mobilgerät)
  • 170 – 240 ms

Ladegerät

  • Eingang
  • 100 – 240 V, 50/60 Hz, 0,5 A
  • Ausgang
  • 5 V bei 3 A, 9 V bei 2 A, 12 V bei 1,5 A
  • Nennleistung
  • 18 W

Intelligent Flight Battery

  • Kapazität
  • 2.400 mAh
  • Spannung
  • 7,2 V
  • Max. Ladespannung
  • 8,4 V
  • Akkutyp
  • Li-Ion 2S
  • Energie
  • 17,28 Wh
  • Eigengewicht
  • 100 g
  • Ladetemperatur
  • 5 °C – 40 °C
  • Max. Ladestrom
  • 24 W

Intelligent Flight Battery (1.100 mAh)

  • Kapazität
  • 1100 mAh
  • Spannung
  • 7,6 V
  • Max. Ladespannung
  • 8,7 V
  • Akkutyp
  • LiPo 2S
  • Energie
  • 8,36 Wh
  • Eigengewicht
  • 50 g
  • Ladetemperatur
  • 5 °C – 40 °C
  • Max. Ladestrom
  • 18 W

App

  • Bezeichnung
  • DJI Fly
  • Benötigtes Betriebssystem
  • iOS v10.0 oder höher / Android 5.0 oder höher

Unterstützte SD-Speicherkarten

  • Unterstützte SD-Speicherkarten
  • UHS-I Geschwindigkeitsklasse 3 wird benötigt. Eine Liste der empfohlenen microSD-Karten findet sich wie folgt:
  • Empfohlene microSD-Karten
  • 16 GB: SanDisk Extreme, Lexar 633x
    32 GB: Samsung Pro Endurance, Samsung Evo Plus, SanDisk Industrial, SanDisk Extreme V30 A1, SanDisk Extreme Pro V30 A1, Lexar 633x, Lexar 667x
    64 GB: Samsung Pro Endurance, Samsung Evo Plus, SanDisk Extreme V30 A1, Lexar 633x, Lexar 667x, Lexar 1000x, Toshiba EXCERIA M303 V30 A1, Netac Pro V30 A1
    128 GB: Samsung Pro Plus, Samsung Evo Plus, SanDisk Extreme V30 A1, SanDisk Extreme Plus V30 A1, Lexar 633x, Lexar 667x, Lexar 1000x, Toshiba EXCERIA M303 V30 A1, Netac Pro V30 A1
    256 GB: SanDisk Extreme V30 A1

Anmerkungen

  • Anmerkungen
  • 1. Startgewicht des Fluggeräts (inklusive Akku und Propeller). Die Registrierung von Fluggeräten ist nur in einigen Ländern und Regionen notwendig. Bitte machen Sie sich vor der Nutzung stets mit den örtlichen Gesetzen und Regularien vertraut.
    Die Spezifikationen wurden durch Tests mit der neuesten Firmware bestimmt. Eine Aktualisierung der Firmware kann die Gesamtleistung des Geräts verbessern. Es wird stets empfohlen jede Aktualisierung durchzuführen.

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